Neujahrdrede 2009

Rede von Herrn Bürgermeister Thorsten Krüger anlässlich des Neujahrsempfanges der Stadt Langen am 13. Januar 2009

Sehr verehrte Gäste,
liebe Freunde,

ich begrüße Sie herzlich im Namen der Stadt Langen zu unserem 3. Neujahrsempfang hier im neu renovierten Lindenhofsaal und wünsche Ihnen ein gutes und hoffentlich erfolgreiches und glückliches neues Jahr 2009 mit Gesundheit und Zufriedenheit im privaten wie im beruflichen Bereich.

2009 ist alles genauso wichtig wie 2008 - Punkt.

Na ja, so kurz will ich es dann doch nicht machen.

Meine Damen und Herren,
wenn ich im Anschluss einige Gäste namentlich begrüße, so bitte ich alle nicht Erwähnten um Nachsicht.

Seien Sie versichert, Sie sind mir alle gleichermaßen herzlich willkommen.

Ich begrüße für den Landkreis Cuxhaven

Landrat Kai-Uwe Bielefeld,
den Ersten Kreisrat Günter Jochimsen,
die Vertreter des Kreistages, der Kommunen und meine Bürgermeisterkollegin und Bürgermeisterkollegen

für die Stadt Bremerhaven

Stadtverordnetenvorsteher Artur Beneken,
Bürgermeister Michael Teiser, die Stadträte und Stadtverordneten

für die Stadt Langen

Die stellvertretenden Bürgermeister Johann Lüdemann und Herbert Peters, sowie die Rats- und Ortsratsmitglieder und den Vorsitzenden des Stadtjugend-rates Tyrone Smith.

sowie die Bürgerschaftsabgeordneten und alle Gäste aus Handel, Handwerk, Dienstleistung und Wirtschaft, die Vertreter der Banken, Sparkassen, der Gewerkschaften, der Vereine, der Verbände, der Medien, der Initiativen, der Kammern, der Medizin, der Behörden und der Kirchen. Und ganz besonders die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Langen.

Es freut mich, dass Sie so zahlreich der Einladung gefolgt sind.

Denn das zeigt Ihre Verbundenheit und Ihr Interesse an der Stadt Langen.

Auf Neujahrsempfängen wird traditionsgemäß auf Vergangenes zurückgeblickt und auf das Kommende ein Ausblick gewagt:

Wir haben auch, wie 2008, das “Langener Stadtblatt“ herausgegeben.

Ich weise deshalb auf den im Eingangsbereich ausgelegten Jahresrückblick und bitte Sie, die wichtigsten Fakten, Daten und Berichte dort nachzulesen.

Es lohnt sich.

Das Jahr 2008 – das war für uns ein Jahr des Zupackens, für unsere Stadt ein gutes und erfolgreiches Jahr.

Wir können stolz darauf sein, was wir geschaffen haben.

Auch der Ausblick auf 2009 zeigt uns, dass sich unsere Arbeit, unsere Bemühungen lohnen.

Ohne die bisherige Arbeit würden wir heute erhebliche Schwierigkeiten haben.

Wir dürfen jetzt aber nicht auf halben Weg stehen bleiben.

Wir müssen unsere Stadt weiter mutig verändern und wenn möglich, auch die Region.

2009 sind es die Themen Finanzkrise, demografischer Wandel und Beruf und Familie, die uns vor allem fordern.

Sorgen macht vielen die Finanzkrise mit ihren Folgen. Deutschland befindet sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Phase.

Ja, wir haben ein Problem, ein lösbares Problem.

Es wird einen Abschwung geben.

Es wird Veränderungen geben.

Die Stadt Langen konnte im vergangenen Jahr 20 % mehr Geburten und auch eine 20-%ige Steigerung bei den Bauanträgen verzeichnen. Die Zuzüge sind erstmalig höher als die Wegzüge, und zwar um 5 %.

Die Aussichten für 2009 wären somit sehr gut, wäre da nicht die Finanzkrise.


Unsere Stadt ist aber in schwierigen Lagen erprobt.

In dieser Lage müssen wir alle Kräfte bündeln, um die Folgen dieser Krise, dieses Problems abzumildern und die Basis für den nächsten Aufschwung legen.

Mut zur Verantwortung, klare Ziele sind gefragt.

Eine Politik, die schnell wirkt und dabei die langfristige Verantwortung im Blick behält.

Die Menschen haben besonders in dieser Lage hohe Erwartungen und das zu recht.

Sie erwarten verlässliches handeln und auch unkonventionelle Schritte.

Alle politischen Ebenen Bund, Land, Kommunen sind dabei in der Pflicht.

Diese Krise, nennen wir es anders, „dieses Problem“, wird uns in den nächsten Monaten vieles abverlangen.

Wenn wir überlegt strategisch handeln, können wir aus der Krise, „dem Problem“ eine Chance machen.

Nur miteinander schaffen wir das.

Wir werden uns anstrengen müssen, wir müssen Wege suchen und auch gehen, selbst wenn die unbequem sind.

Ich warne auch deutlich davor, dass diese Krise, „dieses Problem“ als Bremse für die Haushaltskonsolidierung missbraucht wird oder für alles und jedes im Moment herhalten muss, um das eine oder andere Prestigeprojekt doch noch zu verwirklichen.

Schulden von heute - ist die Steuererhöhung von morgen. Und es ist die Zukunft und die Handlungsfähigkeit der nachfolgenden Generationen, um die es auch geht.

Wir haben hier in der Stadt ein gutes Fundament. Ich bin froh über unseren Ideenreichtum, unsere Tatkraft und die Gelassenheit in unserer Stadt.

Viele tüchtige, engagierte Menschen tragen unsere Gemeinschaft, die gestalten und anpacken und füreinander einstehen.

Das macht Mut.

Jetzt ist die Stärkung der kommunalen finanziellen Handlungsfähigkeit wichtig. Wir müssen Investitionen vornehmen, um unsere Wirtschaft zu stärken und damit unseren Bürgern Sicherheiten zu geben, vor allem die Arbeitsplätze zu sichern.

Die Stadt Langen wird in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen in den Bereichen Kindergärten, Schulen, öffentlichen Einrichtungen, Straßen, Wirtschaftswegen, Gewerbegebiet vornehmen, in Millionenhöhe.

Unser weiteres Handeln, Agieren ist heute schon vorbereitet und die ersten Vorhaben laufen schon an.

Bundes- und Landesprogramme sind zu begrüßen, wenn jedoch eine kommunale Co-Finanzierung erforderlich ist, muss überlegt gehandelt werden und nicht überstürzt gejubelt werden.

Es muss auch umsetzbar sein, sowohl in finanzieller wie arbeitsorganisatorischer Sicht.

Und das schaffen wir, den Beweis haben wir schon öfters angetreten.

Ein Beispiel: Die Stadt Langen hat im Investitionspakt 2008 für die energetische Sanierung zweier Grundschulen einen Bewilligungsbescheid über 3 Mio. € erhalten, dass beinhaltet aber einen Eigenanteil von 1 Mio. €.

Da steckt zwar bisher eine Menge Arbeit für uns drin, aber die Betriebe unserer Stadt und der Region werden davon profitieren.

Wir werden auch im Rahmen unserer Möglichkeiten und mit Blick auf die Verantwortung für die kommenden Generationen, weitere Haushaltsmittel zur Verfügung stellen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit der Stadt Langen muss man auch 2009 rechnen.

Wir wollen zeigen, dass man trotz aller Schwierigkeiten gemeinsam und erfolgreich handeln kann.
Wir sind gut aufgestellt und sind uns bewusst, dass wir auch mit den Auswirkungen dieser Krise zu tun haben.

Es gibt dabei zwei Möglichkeiten, wie wir darauf reagieren können:

A: Es bejammern, Schuldzuweisungen finden und es über sich
ergehen lassen.

oder

B: Die Chance jetzt nutzen und damit meine ich, Handeln und
die Stadt gestalten.

Es dürfte Sie alle hier nicht überraschen, dass wir die Variante B wählen.

Dabei ist uns bewusst, dass es auch zu Rückschlägen kommt.

Wir machen dann eben einfach weiter, bis wir unsere Ziele erreicht haben.
Unsere Bürger haben mittlerweile Vertrauen in unser Handeln.

Unsere Nachhaltigkeit, unser ganzheitlicher Ansatz und das gemeinschaftliche Agieren ist der Grund des Vertrauens, unser Tun ist ausgerichtet auf unsere Stadt.

Auch im Superwahljahr 2009 darf unsere Arbeit nicht beeinträchtigt werden, es geht um unsere Zukunft, nicht um den Wahlzettel.

Mein Dank gilt deshalb allen, die sich in unserer Stadt und für unsere Stadt engagieren: in Rat und Verwaltung, in der Wirtschaft, in Gewerkschaften und Verbänden, in den Kirchen, in den Parteien, in den Sportvereinen und in allen anderen Vereinen, Institutionen, Initiativen und Vereinigungen.

Danke für Ihr Engagement als Eltern, als Großeltern.

Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Stadt, die lebendig ist und wo man gerne lebt und ansiedelt. Unterstützen Sie uns weiterhin.

Der Superintendent Herr Siegfried Bochow hat anlässlich der Verleihung des Langener Bürgerpreises 2008 gesagt, wir haben der Stadt ein Gesicht gegeben. Eine Anerkennung, die vieles sagt.

Die Stadt Langen ist mit ihren Bürgern, ihren Einrichtungen, ihren Organen, ihren Aktivitäten, ihrer Wirtschaft für die Zukunft fit.

Wir werden jeden Weg nutzen, um unsere Stadt weiter zu bringen, auch Wege gehen, die keiner bisher gegangen ist oder zu gehen vermag.

Wichtig ist, unsere Handlungsfähigkeit zu erhalten, um alle Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen. Wer neue Ufer erreichen will, muss alte Ufer verlassen.

Wir wollen und müssen Menschen an unsere Stadt binden. Angesichts des demografischen Wandels brauchen wir Menschen, die mit uns gemeinsam die Zukunft gestalten.

Dass ich das Wort Demografie oder Demografiebeauftragter mit einem Schmunzeln erwähne, ist wohl nachvollziehbar.

Demografie ist neben der Finanzkrise ein weiteres Thema, dass uns 2009 und den folgenden Jahren vor einige größere Aufgaben stellt.

Leider ist dieses Thema noch nicht überall angekommen.

Mal ein paar Zahlen: Es fehlen heute schon bundesweit 400.000 Fachkräfte, in 25 Jahren werden wir mit zu den ältesten Ländern, bezogen auf den Lebensalterdurchschnitt, gehören, in 30 Jahren haben wir dreimal soviel 80-Jährige wie heute.

Und dann die finanziellen Auswirkungen.

Das zeigt doch die Handlungsnotwendigkeiten.

Die Stadt Langen ist sich dieser Thematik schon seit 2005 bewusst und arbeitet seither intensiv daran.

Wir sind heute soweit, dass wir auch agieren können und nicht nur reagieren.

Und somit werden wir uns natürlich bei dem Thema Demografie auch weiterhin engagieren und in der Region einbringen.

Ein weiterer großer Schritt war 2008 die Beschlussfassung über die Leitlinien zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Stadt Langen in der Zukunft. Schwerpunkte hier sind Bildung, Familie, Wirtschaft(sförderung), Haushaltskonsolidierung, mit dem angestrebten Ziel: Keine Netto-Neuverschuldung.

Eine rote Null bei der Netto-Neuverschuldung, d. h. unter 100.000 € ist im Haushalt 2009 möglich, wenn unsere Einnahmen nicht zu stark weg brechen.

Das alles zeigt auch, dass die Stadt auf dem richtigen Weg ist und auch aus eigener Kraft notwendige Veränderungen realisieren kann.

Die Stadt Langen ist keine Insel und hört daher auch an ihren Stadtgrenzen mit dem Denken und Handeln nicht auf, dass würde unserer eigenen Entwicklung und auch der Entwicklung der Region schaden.

Die gute interfraktionelle Zusammenarbeit hier in der Stadt Langen macht vieles erst möglich.

Natürlich wird hier kontrovers diskutiert und wir sind auch nicht immer einer Meinung, dass wäre auch nicht produktiv. Aber bei den Beschlüssen, der Entscheidung geht es dann gemeinsam um das Wohl unserer Stadt.

Dafür mein persönlicher Dank an alle Ratsmitglieder der Stadt Langen.

Ich weiß, ich mache es Ihnen auch nicht immer leicht, dass ist auch nicht meine Aufgabe oder mein Wille, aber ich habe es mit Ihnen auch nicht immer leicht.

Was am Ende zählt, ist das Ergebnis und das kann sich sehen lassen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich darf doch mit etwas Stolz sagen: Die Stadt Langen wird weit über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen, ihr Handeln, ihre Erfolge.

Wir sind mittlerweile ein starker und verlässlicher Partner in der Region.

Das gefällt nicht jedem

Ein weiteres Thema, was uns auch alle die nächsten Jahre prägt, und zwar deutlich prägt, ist Beruf und Familie.

Die Stadt Langen wird alles unternehmen, um diesen Herausforderungen Rechnung zu tragen, z. B. wird unsere Kinderbetreuung 2009 weiter ausgebaut, auch hier werden wir neue Wege gehen, neuen Ideen Raum geben.

Wir werden unsere Stadt immer wieder den kommenden Anforderungen anpassen.

Wir wissen natürlich, dass unsere Möglichkeit stark durch unsere finanzielle Lage bestimmt wird.

Es wird auch stellenweise ein Nein geben, ich werbe heute schon für Verständnis dafür: Es geht nicht alles.

Die Stadtverwaltung hat sich seit 2007 Beruf und Familie zum Grundsatz gemacht.

Wir haben heute die unterschiedlichsten Formen der Arbeitsgestaltung und dadurch hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine Investition, die sich lohnt und ein Grund, warum ich beruhigt in die Zukunft und auf die kommenden Herausforderungen sehe.

Kinder sind unsere Zukunft.

Ein beliebter Spruch, oft bleibt es allerdings beim Reden. Wir handeln, wir investieren wie schon erwähnt in Kindergärten, Schulen, Jugendzentrum, Bücherei, Musikschule, Sport, betreiben eine konsequente Haushaltskonsolidierung, versuchen, wenn möglich, Steuer- und Gebührenerhöhungen von uns aus zu vermeiden.

Wir nutzen die Potenziale der Kinder heute schon, Beispiele dafür sind die Spielleitplanung und der Stadtjugendrat.

Die Stadt Langen steht neben der Familienfreundlichkeit auch für Generationsgerechtigkeit. Das neue Bild des Alters heißt die Fähigkeiten, das Wissen der Älteren für die Stadt, für ihre Bürger zu nutzen.
Die Gemeinschaft zu stärken.

Gerade heute brauchen wir dieses Engagement.

Unsere Stadt steht zu ihren Ehrenamtlichen, ich begrüße an dieser Stelle diejenigen, die den Langener Bürgerpreis bisher erhalten haben.

Wir werden auch weiterhin dieses Engagement unterstützen.

Ohne Sie geht es nicht.

Dafür an dieser Stelle nochmals mein Dank.

Unsere Freiwilligenagentur ist dabei ein zentraler Punkt. Interessante Projekte konnten unterstützt werden, wie die Hausaufgabenbetreuung, der Bunte Tisch, aber auch Lesehilfen in den Grundschulen und vieles mehr.
Abgerundet wird dies durch unseren Bürgerfonds – eine Erfolgsgeschichte.

An dieser Stelle möchte ich allen Spendern und Unterstützern, viele von Ihnen sind heute Abend auch da, danken, wir konnten so schon viel in der Stadt Langen damit bewegen.

Das bestätigt auch, wir sind ein Motor in der Region.

Zusammengefasst : Die Stadt ist gut aufgestellt, ist sich über die derzeitige Lage mit den drei Schwerpunktthemen Finanzkrise, Demografie und Beruf und Familie bewusst und wird die kommenden Aufgaben annehmen, investiert mit dem nötigen Augenmaß in die Zukunft, setzt die Haushaltskonsolidierung fort, engagiert sich in der Region und versucht, trotz allem optimistisch zu bleiben.

So, jetzt wünsche ich Ihnen allen nochmals ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2009.

Persönlich wünsche ich mir weiterhin die Abkehr von der typischen deutschen Bedenkenträgerei, mit der so gute Ideen klein und kaputt geredet werden.

Ich bin ja noch guter Hoffnung, dass sich dieses irgendwann ändert.

Danken möchte ich noch den fleißigen Helferinnen und Helfern, die diesen Empfang vorbereitet haben und ein ganz besonderer Dank geht an die Vinothek Ahlfeld und den Gasthof Cordes, die den heutigen Abend ausrichten.

Lassen Sie mich noch einen letzten und sehr entscheidenden Dank aussprechen, und zwar an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Langen, denn dieses Team hat einen erheblichen Anteil an der positiven und erfolgreichen Entwicklung unserer Stadt und steht auch in der Krise für eine gute Basis.

Vielen Dank.

Ich freue mich, zu diesem Team zu gehören.

Mit dem folgenden Zitat von Henry Ford hatte ich letztes Jahr meine Rede beendet und ich möchte dieses Zitat dieses Jahr wiederholen, da ich finde, es ist immer noch passend:

“Zusammenkommen ist ein Beginn. Zusammenbleiben ist ein Fortschritt. Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“

In diesem Sinne danke ich Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen nun noch einen angenehmen Abend. Nutzen Sie die Gelegenheit, Gedanken auszutauschen und lockere Gespräche zu führen.

Wir hören jetzt die “Church People“. Auch an Sie meinen Dank für Ihren heutigen Auftritt.

Einen noch:

„Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“

Vielen Dank und jetzt noch einen schönen Abend für Sie alle