Presseerklärumg zur Nordumgehung

Klarstellung: Stadt Langen ist der falsche Adressat

Die Stadt Bremerhaven muss das Problem Hafenanbindung selbst lösen, weil sie sich dafür entschieden hat! Dieser zweite Halbsatz fehlt leider immer, wodurch die Diskussion verfälscht wird.

Tatsache ist: Die Seestadt Bremerhaven hat über viele Jahre hinweg die Angebote der Stadt Langen bezüglich einer Hafenanbindung über Langener Gebiet abgelehnt und sich bewusst für eine Lösung auf ihrer Seite entschieden.

Hauptgrund: Die Wettbewerbsfähigkeit zum Umland.

Aus diesem Vorgehen heraus resultierte 2006 im Interesse der Region der Beschluss des Rates der Stadt Langen, die Entscheidung der Seestadt Bremerhaven – eine Hafenanbindung über die Cherbourger Straße – zu unterstützen. In dieser Situation ist es die verkehrs- und zeitmäßig beste Lösung, für die auch eine Finanzierung realisierbar ist. Mit dieser Sicht steht Langen nicht allein.

Die IHK Bremerhaven und die Hafenunternehmen halten dies ebenfalls für die beste Lösung. Vor einigen Monaten stand in der Nordsee-Zeitung, dass Eurogate, MSC Gate und NTB eine gemeinsame Erklärung an den Magistrat der Seestadt Bremerhaven geschickt haben, in der sie mitteilten, dass der geplante halboffene Trog eine hervorragende Lösung sei und eine staufreie Anbindung biete.

Bei allen anderen Überlegungen würde sich ein Fertigstellungstermin immer weiter nach hinten verlagern. 2015 und später wäre denkbar und damit vielleicht viel zu spät. Das kann niemand ernsthaft wollen.

Es wäre schön, wenn die Diskussion sachlich und den Tatsachen entsprechend geführt werden würde. Auch wenn es einigen besser passt, die Stadt Langen oder den Bürgermeister für die Situation verantwortlich zu machen, aber dieses entspricht nicht den Tatsachen. Leider scheuen Befürworter der Nordumgeheung auch vor persönlichen Angriffen nicht zurück, um ihrer Argumentation Kraft zu verleihen.

Empörend ist natürlich aus der Sicht einiger Bremerhavener, dass die Stadt Langen nicht weiter gewartet hat, ob Bremerhaven „gnädigerweise“ doch noch hier baut, sondern stattdessen eine eigene Stadtentwicklung betrieben hat!

Die Stadt Langen ist ihren Bürgern verpflichtet und nimmt diese Verantwortung ernst. Sie kann aber mit ruhigem Gewissen behaupten, dass ihre Entscheidungen unter der Berücksichtigung der Interessen der Region getroffen wurden und werden.

Unqualifiziert ist auch die Aussage, jede Lösung außerhalb Bremerhavens sei unproblematisch und beeinträchtige keine Bürger und innerhalb Bremerhavens bestünden nur Probleme .
Dazu gehört, dass der Vorsitzende des Ausschusses für Angelegenheit der Häfen im Lande Bremen jahrelang in dem Vorgehen und den Entscheidungen der Stadt Bremerhaven keine Schwierigkeiten sieht und vier Monate vor der Wahl im Lande Bremen plötzlich die Lösung in der Cherbourger Straße für unrealistisch hält und eine Neuregelung fordert. Damit hat er allen in der Region massiv vor den Kopf gestossen. Dieses Verhalten macht jedoch eins deutlich: Es ist Wahlkampf.

Das ist aber eine schlechte Entscheidungsgrundlage.

Daher sind sich CDU/FDP, SPD/Bündnis 90-Die Grünen, Bürgerfraktion Langen und der Bürgermeister Thorsten Krüger einig, dass zurzeit keine sachliche Diskussion möglich ist. Aus diesem Grund werden Vertreter der Stadt Langen an Veranstaltungen zu diesem Thema vor der Wahl im Mai 2007 nicht teilnehmen.

Der Magistrat der Stadt Bremerhaven favorisiert eine Hafenanbindung über die Cherbourger Straße. Die Stadt Langen unterstützt wie bisher diese Vorgehensweise.