Früherkennung bei Demenz und wie gehe ich damit um?

 

Alice Fröhlich

Gisela und Jonny Lüdemann stellen der zahlreich erschienenen Zuhörerschar die in den Niederlanden geborene Referentin Alice Fröhlich als die Person vor, der es gelungen ist durch ihren persönlichen Einsatz die Erfahrungen, die sie im Umgang mit dementen Personen in Holland gesammelt hat, auf Deutschland zu übertragen. Zunächst entstand ein professioneller freiwilliger sozialer Dienst, der schließlich 1997 in den Verein SOLIDAR e. V. einmündete. Inzwischen ist er in Bremerhaven im Haus im Park  und An der Allee tätig. Dieses Vorhaben hat weit über Bremerhaven hinaus seine Wirkungen gezeigt und ist als beispielhaft in die Arbeit mit Demenzkranken in der Bundesrepublik eingegangen. Für ihre bahnbrechende Arbeit erhielt Frau Fröhlich maßgebliche Auszeichnungen, u. a. den Freiherr-vom-Stein-Preis sowie das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Frau Fröhlich macht deutlich, dass die Demenz eine Krankheit ist, von der zu erwarten ist, dass sie jeden Dritten ereilen kann. Bei Demenz kommt es zu Eiweißablagerungen oder kleinen Schlaganfällen im Gehirn. Diese Krankheit wird von dem Betroffenen kaum wahrgenommen, trifft insofern viel mehr die Angehörigen. Klar müsse man sich darüber sein, dass es von dieser Krankheit kein Zurück gibt. Angebotene Medikamente seien in ihrer Wirkung fragwürdig, weil nicht verifizierbar.

Unterschieden werden drei Phasen, deren Verlauf sich aber von Person zu Person unterscheidet. In der ersten Phase zeigen sich Schwierigkeiten bei der Orientierung, das Vergessen kurzfristiger Ereignisse und daraus resultierend Angstzustände und persönliche Unsicherheiten. Dies ist für die Betroffenen eine Leidensphase, die sich beim Hinübergleiten in die zweite Phase legt; denn dieser Mensch nimmt nun seine Krankheit nicht mehr wahr, sondern empfindet sein Anderssein als Normalität. Wir – als Außenstehende – müssen ihn als in einem anderen Land Lebenden akzeptieren und wissen, dass nichts mehr durch Einsatz der Ratio zu verbessern ist, sondern die Emotio den einzigen Lösungsweg bietet.

Für die Entscheidung, ob eine Demenz vorliegt, ist eine Differentialdiagnose durch die Neurologie erforderlich, um beispielsweise auszuschließen, dass möglicherweise eine Depression oder anderweitige Gründe für das „Anderswerden“ der Person vorliegen.

In vielen Beispielen zeigt Frau Fröhlich auf, dass jedweder Versuch von Korrekturen und Belehrungen bei einem Demenzkranken zum Scheitern verurteilt ist. Solche Versuche führen entweder zum Phlegma oder zum aggressiven Verhalten des Kranken. Das ständige Erleben des Scheiterns ist für den Kranken unerträglich und erzeugt Panikgefühle und massive Gegenreaktionen. Die Situation kann nur durch eine persönliche Zuwendung auf Augenhöhe für beide Parteien erträglich gemacht werden. Der Erkrankte hat Recht, weil er sich im „Anderland“ befindet, bei dem andere Normen gelten. Erst wenn die erkrankte Person ihren Tag nicht mehr verantwortlich selbst gestalten kann und wenn die ganze Familie einen unerträglichen Leidensdruck verspürt, ist die dritte Phase erreicht und eine weitergehende Betreuung erforderlich.

Im Vergleich zu Holland ist Deutschland in der Behandlung von Demenzkranken als rückständig zu bezeichnen. Der Grund hierfür liegt u. a. darin, dass in Holland bereits seit 1968 eine Pflegeversicherung eingerichtet wurde, und dies mit einem erheblich höheren Beitragssatz als der jetzige in Deutschland. Das hatte zur Folge, dass das Krankheitsbild in Holland in der Öffentlichkeit mit größerem Selbstverständnis wahrgenommen wird und Pflegeeinrichtungen viel intensiver auf die individuellen Unterschiedlichkeiten beim einzelnen Menschen eizugehen verstehen.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Weg auch in Deutschland eine stärkere Beachtung findet.

 
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